Die 3er

Samstag 17 Juli 2010

Sie ist installiert und sie läuft!

openSUSE 11.3, gerade frisch auf der Welt, werkelt jetzt auch auf meinem Desktop-PC. Leider war auch diese Installation mit ein paar kleinen Installationsschwierigkeiten verbunden. So  hing sich der erste Reboot gleich mit einem Fehler im Grafikspeicher auf. Scheinbar hatte die Distribution wohl Probleme mit meiner NVIDIA-9800-Karte, was eigentlich ungewöhnlich ist.

Nach dem Start ohne ACPI war das OS dann zumindest zur Zusammenarbeit zu bewegen, aber der Originaltreiber von NVIDIA wollte sich partou nicht installieren lassen. Nach etwas Recherche war mir klar, das die Kernelsourcen nicht mit dem installierten Kernel übereinstimmten.

Da mein System mit 6 Gb Hauptspeicher ausgestattet ist, hat die SUSE-Installation den Desktop-Kernel installiert (der scheinbar auch PAE-Unterstützung hat), aber die Kernelsourcen vom PAE-Kernel, was leider beim Kompilieren der NVIDIA-Module nicht übereinander paßt. Das Ergebnis war ein Grafik-Modul, das nicht zum Kernel paßte.

Klingt kompliziert, ist aber eigentlich einleuchtend.

Nachdem ich dann kurzerhand den PAE-Kernel, samt Sourcen nachinstalliert habe und darauf den proprietären NVIDIA-Treiber kompiliert hatte, war die Welt wieder in Ordnung. Leider muss man an dieser Stelle sagen, dürfte ein Linux-Newbie an dieser Stelle völlig aufgeschmissen sein. Nach der Grundinstallation wäre zwar zumindest der openSource-Grafiktreiber gelaufen, nicht aber die Unterstützung der Grafikkarte an sich. Diesbezüglich würde ich mir von SUSE eine zuverlässigere Installation wünschen, die auch bei 11.2 schon Probleme bereitet hat. Da ich aber 11.2 zuerst gar nicht auf meinem PC installieren konnte und den Weg über die Live-CD gehen musste, hat man sich zumindest etwas gebessert.

Ansonsten soweit alles wunderbar. Der Rest gehört in die Rubrik Detailanpassung, die schnell geschehen ist. K3b vermißte das Paket ‘cdrtools’, um CDs zu brennen. Erst ein Download der Tools aus dem Netz und Kompilieren von Hand löste das Problem. Alles andere bedurfte keiner weiteren Anpassung.

Ich nutze den Vorteil meine Home-Partition separat zu fahren. ‘Rechts’ und ‘links’ davon sind jeweils zwei Linux-Partitionen, die ich für Distributionen nutze. So läuft auf der einen noch openSUSE 11.2 mit Zugriff auf die Home-Partition und jetzt openSUSE 11.3 auf der anderen, ebenfalls mit der gleichen Home-Partition. Das hatte in diesem Fall den Vorteil, das ich mir das Neueinrichten der gesamten KDE-Oberfläche sparen konnte, da auf Home bereits für 11.2 alles eingestellt war. 11.3 greift auf die gleiche Verzeichnisstruktur zu und übernimmt alles was da ist, Wallpaper, Einstellungen, Tastenkürzel, ja selbst die Plugins für Gimp und auch meinen Thunderbird-Account. Somit war der Einrichtungsaufwand gleich NULL. Diesbezüglich ist Linux genial.

Als Wermutstropfen sei gesagt, das openSUSE 11.3 den Rechner nicht mehr abschaltet wenn ich ihn runterfahre. Ich denke das ist ein Bug im Kernel, der hoffentlich bald behoben wird (11.2 hatte ein ähnliches Problem zu Beginn).

Mein Fazit zunächst:
Von der moderneren Software-Ausstattung abgesehen unterscheidet sich die Distribution nicht vom Vorgänger. Man könnte also ebenso bei 11.2 bleiben und würde derzeit genauso gut damit fahren, vielleicht sogar besser. Geben wir 11.3 ein paar Wochen für’s Patchen, und den Release von KDE SC 4.5, dann dürfte auch hier wieder ein solides Betriebssystem stehen, das sich nicht zu verstecken braucht. Für mich als openSUSE-Anhänger war der Releasewechsel Pflicht. Derzeit bin ich nicht enttäuscht worden, wenngleich es mir bislang nicht möglich ist dem Kernel eine ACPI-Unterstützung abzuringen.

[Update 20.07.2010]:
Auch mein ACPI-Problem ist nun gelöst, so daß auch mein Rechner sauber abschaltet, nachdem ich ihn runtergefahren habe. Hat etwas mit dem neuen Kernel Mode Setting im openSUSE 11.3 zu tun und damit, das man den Nouveau-Grafiktreiber aufgezwungen bekommt, der verhindert, das man den proprietären NVIDIA-Treiber bei ACPI-Support installieren kann. Wer das gleiche Problem hat, der kann gerne in diesem Thread hier nachlesen wie’s gelöst wird.

Alles ist gut! ;-)


1 Kommentar for 'Die 3er'

  1.  
    17.07.2010 | 13:08
     

    [...] Einen ersten Installationsbericht habe ich auf dem Blog der LUG-Erwitte [...]

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